Lieber Leser,
es tut mir sehr Leid, aber das Buch, das du gerade in den Händen hältst, ist außerordentlich unerfreulich.
Es erzählt die traurige Geschichte von drei sehr bedauernswerten Kindern. Die drei sind klug, charmant und einfallsreich, aber das nützt ihnen gar nichts.
Im Gegenteil: Gleich zu Beginn dieses Buches erhalten die Kinder eine schreckliche Nachricht, und auch alles, was ihnen danach passiert, strotzt nur so vor Unheil, Elend und Verzweiflung.
Allein in diesem dünnen Buch müssen die drei mit einem widerwärtigem Bösewicht, hässlicher, kratzender Kleidung, einem schrecklichen Feuer und klumpigem Haferbrei zum Frühstück fertig werden.
Es ist meine traurige Pflicht, all diese unerfreulichen Dinge niederzuschreiben, aber es ist noch nicht zu spät für dich: Du kannst dieses Buch sofort wieder ins Regal zurückstellen und stattdessen etwas Erfreuliches lesen, wenn dir das lieber ist.
Hochachtungsvoll
Lemony Snicket
Hier gibt es noch eine Leseprobe. Auf der gleichen Seite befinden sich auch Leseproben zu den anderen Bänden.
Inhalt:
In Eine Reihe betrüblicher Ereignisse – Der schreckliche Anfang geht es um die Geschichte der drei Kinder Violet, Klaus und Sunny Baudelaire, deren Eltern bei einem großen Brand, welcher die Baudelaire-Villa zerstörte, ums Leben kamen.
Mr. Poe, ein Angestellter einer Bank namens "Vereinigte Vermögensverwaltung" und enger Freund der Familie Baudelaire, wurde mit den Angelegenheiten der Weisen betraut. Er vertraut die Kinder Graf Olaf an, der entfernt mit den Kindern verwandt ist und, als ihr nächster lebender Verwandte, zu deren Vormund bestimmt wird. Poe ist indirekt schuld am Unglück der Kinder, da er ihnen nie glaubt, als sie in den folgenden Bänden immer wieder behaupten, Graf Olaf wäre aufgetaucht und hinter den Kindern her.
Olaf ist Schauspieler und Leiter seiner Theatertruppe. Er lebt in einem heruntergekommenen Haus voller Dreck und Ungeziefer.
Unter dem Vorwand, sich gut um die Kinder kümmern zu wollen, nimmt er die Waisen bei sich auf, ist allerdings in Wahrheit nur an deren beträchtlichen Erbe interessiert.
Die Baudelaires müssen für ihn arbeiten, putzen, waschen, kochen, Holz spalten und auch alle anderen Arbeiten verrichten, die Olaf nicht selbst erledigen will. Während die Kinder arbeiten, zieht er sie meistens in den Turm seines Hauses zurück, um Pläne auszuhecken und Theaterstücke zu schreiben. Dort fasst er einen Plan, um das Vermögen der Kinder an sich zu reißen.
Über den Autor:
Bei Lemony Snicket handelt es sich in wirklichkeit um das Pseudonym eines Mannes namens Daniel Handler. Handler gibt sich bei öffentlichen Auftritten oft als Representant oder Assistent von Lemony Snicket aus und erfindet teilweise seltsame Ausreden und Entschuldigungen für das Fernbleiben seines „Chefs“.
Geboren wurde er am 28. Februar 1970 in San Francisco, ansonsten ist über sein Privatleben so gut wie nichts bekannt.
Neben seiner Tätigkeit als Autor ist Daniel Handler („Lemony Snicket“) Musiker und zeitweise Mitglied einer Band namens Magnetic Fields aus New York, auf deren Album 69 Love Songs er das Akkordeon spielt.
- Verlag: Manhatten Verlag, in Deutschland erschienen im Wilhelm Goldmann Verlag (München)
-Englischer Originaltitel: A Series of Unfortunate Events – The Bad Beginning
- ISBN: 3-442-54579-X
-Preis : 13,00 € (in Deutschland)
-168 Seiten
- „Der schreckliche Anfang“ ist der erste Band aus der 13-Teiligen Buchreihe „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“
- weitere Bände:
Band 2: Das Haus der Schlangen
Band 3: Der Seufzersee
Band 4: Die unheimliche Mühle
Band 5: Die Schule des Schreckens
Band 6: Die dunkle Allee
Band 7: Das düstere Dorf
Band 8: Das schaurige Spital
Band 9: Der grausige Jahrmarkt
Band 10: Der finstere Fels
Band 11: Die grimmige Grotte
Band 12: Das haarsträubende Hotel
Band 13: Das erstaunliche Ende
Diese Angaben beziehen sich auf die gebundene Ausgabe, die Taschenbücher besitzen außerdem andere Titel.
Meine Meinung zum Buch:
Ich finde die Buchreihe „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ einfach nur toll!
Lemony Snicket (Daniel Handler) hat einen Schreibstil, den ich absolut liebe, voller Witz und Ironie, aber so geschrieben, dass es nicht künstlich und "überladen" wirkt. Die gesammte Geschichte ist so aufgebaut, dass sie auf eine gewisse Weise absolut real, klingt, was aber kaum möglich ist. Außerdem ist es unmöglich, die Geschichte in eine bestimmte Zeit einzuordnen, sie könnte genauso gut heutzutage wie vor 30 oder 40 Jahren spielen (wobei der Film vor etwa 60 oder 70 Jahren spielt, den herumfahrenden Autos nach zu urteilen; was allerdings ebenfalls nicht stimmen kann, da in Band 5 ein Computer erwähnt wird, welcher Graf Olaf erkennen können soll und so weit ich weiß, waren Computer damals noch nicht so weit entwickelt ;)).
Ich liebe die gesammte Buchreihe einfach, sie steht auf einem der obersten Plätze einer Favoritenliste, sogar noch vor "Harry Potter", dem Fantasy-Welterfolg von J.K. Rowling und der "Biss"-Reihe von Stephenie Meyer, die vermutlich jeder (zumindest vom Hören) kennt.
Zum Film:
Die ersten drei Bände der Buchreihe wurden zusammengefasst und unter dem Titel
„Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse“ und verfilmt.
Die Hauptrollen spielten u.A. Jim Carrey (Graf Olaf), Billy Conolly (Onkel Monty; taucht erst im zweiten Band, „Das Haus der Schlangen“, auf) und Meryl Streep (Tante Josephine; taucht erst im dritten Band, „Der Seufzersee“, auf).
Kritiken:
Carsten Baumgart schreibt auf filmstarts.de: „Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse“ ist keine zwingende, aber eine denkbare Alternative für Kinofreunde, denen „Harry Potter“ zu glatt gebügelt und brav ist. Brad Silberling gelang eine skurrile, bizarre und unterkühlt witzige Mär, die zwar alle Altersschichten anspricht, aber nur für Erwachsene in aller Vielfältigkeit der Details zu begreifen ist.“
„Fantastischer Film voller märchenhaft-skurriler Welten und Kulissen, der die literarischen Geschichten... in ebenso abenteuerliche und unheimliche wie hintergründige und pointiert böse Episoden umsetzt. Für Fantasy-Liebhaber ein Genuss, für jüngere Kinder eher noch eine Mutprobe.“
– Lexikon des internationalen Films
Meiner Meinung nach ist der Film recht gut gemacht, natürlich nicht ganz so ausführlich, da drei Bände zusammengefasst wurden, aber dennoch sehr gut ans Buch angelehnt und damit eine der besten Buchverfilmungen, die ich kenne.


